{"id":5361,"date":"2015-09-15T22:07:12","date_gmt":"2015-09-15T20:07:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.borsig11.de\/wordpress\/?p=5361"},"modified":"2015-09-17T21:44:41","modified_gmt":"2015-09-17T19:44:41","slug":"wunschfilme-in-der-103","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.borsig11.de\/wordpress\/2015\/09\/wunschfilme-in-der-103\/","title":{"rendered":"Wunschfilme in der 103"},"content":{"rendered":"<p>Das <a href=\"https:\/\/www.borsig11.de\/wordpress\/category\/public-residence\/wunschkino\/\">Wunschkino 103<\/a>, eine Idee von <a href=\"https:\/\/www.borsig11.de\/wordpress\/category\/public-residence\/olek-witt\/\">Olek Witt<\/a> w\u00e4hrend des Kunstprojekts \u201e<a href=\"https:\/\/www.borsig11.de\/wordpress\/public-residence\/\">Public Residence: Die Chance<\/a>\u201c, zeigt ein vielf\u00e4ltiges Programm, so vielf\u00e4ltig wie seine Besucher. Ich bin fast jedes mal dabei.<\/p>\n<p>Der allererste Film im Fr\u00fchjahr dieses Jahres war die \u201cNordkurve\u201c, einer der Ruhrgebietsfilme von Adolf Winkelmann, in dem auch Rolf Dennemann mitspielt. Es folgte die Filmtrilogie \u201eDrei Farben: Blau, Wei\u00df, Rot\u201c des polnischen Regisseurs Kie\u015blowski. Bei der ersten Vorf\u00fchrung versagte die Technik und es gab keinen Film zu sehen, aber wir hatten trotzdem einen sehr unterhaltsamen Abend.<\/p>\n<p>Mein erster Wunschfilm im Wunschkino 103 war \u201c<a href=\"https:\/\/www.borsig11.de\/wordpress\/2015\/03\/wunschkino-103\/\">Lockende Versuchung<\/a>\u201c \u2013 nein, nein, kein Erotikfilm, sondern die Geschichte einer Qu\u00e4kerfamilie w\u00e4hrend des amerikanischen B\u00fcrgerkrieges. Diese Familie bewies, dass man seine religi\u00f6sen Grunds\u00e4tze und \u00dcberzeugungen auch bewahren kann, ohne andere zu bedr\u00e4ngen. \u00dcbrigens: diesen Film \u00fcberreichte Ronald Reagan, der damalige Pr\u00e4sident der USA Michael Gorbatschow, als Glasnost und Perestroika die westliche Welt verwirrten.<\/p>\n<p>Dokumentarfilme \u00fcber Lebensmittelverschwendung, Stadtentwicklung, \u00fcber das Bienensterben, oder ein schr\u00e4ger Schweizer Film \u00fcber einen Rentner, der seine Freiheit findet, waren im Programm. Weil gerade die \u201cWutb\u00fcrger\u201c aktuell waren, sahen wir Filme wie \u201c<a href=\"https:\/\/www.borsig11.de\/wordpress\/2015\/04\/wunschkino-103-der-grosse-demokrator\/\">Der Gro\u00dfe Demokrator<\/a>\u201c oder \u201c<a href=\"https:\/\/www.borsig11.de\/wordpress\/2015\/04\/wunschkino-103-wem-gehoert-die-stadt\/\">Wem geh\u00f6rt die Stadt?<\/a>\u201c. Die Regisseure Rami Hamze und Anna Ditges kamen pers\u00f6nlich vorbei, um mit uns \u00fcber ihre Filme zu diskutieren. Es wurde deutlich, dass Demokratie oft, f\u00fcr negativ Betroffene, schwer zu verstehen ist, und dass ein Filmemacher seinen Film nicht nach demokratischen Regeln drehen kann. Er will seine Sicht darstellen.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Film \u201c<a href=\"https:\/\/www.borsig11.de\/wordpress\/2015\/04\/wunschlino-103-bound-for-glory\/\">Bound for Glory<\/a>\u201c musste ich Olek Witt erst davon \u00fcberzeugen, dass nicht die rechtsradikale amerikanische Rockband gemeint war, sondern der amerikanische Folks\u00e4nger Woody Guthrie.<\/p>\n<p>Zum 70. Jahrestag des Atombombenabwurfs w\u00fcnschte ich mir \u201cDie Glocken von Nagasaki\u201c. Ich habe den Film als etwa Zw\u00f6lfj\u00e4hriger gesehen und bin seitdem gegen alle Art von Atom, sei es als Bombe oder sogenannter friedlicher Nutzung. F\u00fcr diesen Film waren extra Filmfreunde aus Bochum und Wattenscheid erschienen. Der Film war aber leider nirgends zu bekommen. Unsere Filmexperten hatten sogar Zweifel, dass es diesen Film \u00fcberhaupt gegeben hat! Als Ersatz sahen wir dann den Film \u201e<a href=\"https:\/\/www.borsig11.de\/wordpress\/2015\/08\/wunschkino-103-schwarzer-regen\/\">Schwarzer Regen<\/a>\u201c, der ebenfalls vom Atombombenabwurf und seine Folgen f\u00fcr Menschen und Umwelt erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p>\u201cFr\u00fcchte des Zorns\u201c war ein weiterer Wunschfilm von mir, weil zu diesem Zeitpunkt fast jede Berufsgruppe, Post, Lokf\u00fchrer, Fluglotsen, Lehrer und Erzieherinnen, in Deutschland streikte. Der Film zeigt, wie die amerikanischen Erntehelfer um ihren verdienten Lohn gebracht wurden. Solche Filme sind aber wohl leider nicht mehr im Programm der Verleiher und es musste wieder ein Ersatzfilm her. Einige Nachbarn hatten DVDs mitgebracht. Wir hatten dann die Wahl zwischen \u201cHotel Ruanda\u201c, einem Film \u00fcber den afrikanischen B\u00fcrgerkrieg in Ruanda oder einem Film von Loriot. In der Abstimmung musste der Loriot-Film \u201cante portas\u201c bleiben.<\/p>\n<p>Interessante Filme wie \u201c<a href=\"https:\/\/www.borsig11.de\/wordpress\/2015\/07\/wunschkino-103-gattaca\/\">Gattaca<\/a>\u201c, ein Science Fiction \u00fcber die Ver\u00e4nderung menschlichen Erbgutes, \u201c<a href=\"https:\/\/www.borsig11.de\/wordpress\/2015\/07\/wunschkino-103-zug-des-lebens\/\">Zug des Lebens<\/a>\u201c, eine Tragikom\u00f6die \u00fcber osteurop\u00e4ische Juden, die sich mit einem selbstgebauten Zug vor dem Lager retteten, \u201c<a href=\"https:\/\/www.borsig11.de\/wordpress\/2015\/07\/wunschkino-103-tamam-miyiz\/\">Tamam Miyiz<\/a>,\u201c ein t\u00fcrkischer Film \u00fcber die archaische Denkweise der t\u00fcrkischen M\u00e4nner, oder \u201c<a href=\"https:\/\/www.borsig11.de\/wordpress\/2015\/08\/wunschkino-103-wer-weiss-wohin\/\">Wer wei\u00df wohin<\/a>\u201c, ein libanesischer Film \u00fcber das konfliktreiche Zusammenleben von Christen und Muslimen, bei dem oft die Frauen schlichten m\u00fcssen, hatten immer ihr Publikum. Faszinierend war der Film \u201c<a href=\"https:\/\/www.borsig11.de\/wordpress\/2015\/08\/wunschkino-103-das-salz-der-erde\/\">Das Salz der Erde<\/a>\u201c \u00fcber einen brasilianischen Fotografen, der zumeist in Schwarz-Wei\u00df-Fotos Menschen und Natur zeigt, und der im Alter die Fehler seines Vaters, Wald abzuholzen ohne nachzupflanzen, wieder gut macht, indem er einen neuen Wald pflanzt.<\/p>\n<p>Ein weiterer H\u00f6hepunkt war \u201c<a href=\"https:\/\/www.borsig11.de\/wordpress\/2015\/07\/wunschkino-103-am-borsigplatz-geboren\/\">Am Borsigplatz geboren<\/a>\u201c, die Geschichte der Gr\u00fcndung des BVB 09. Die Ablehnung der katholischen Kirche gegen\u00fcber der Fu\u00dfl\u00fcmmelei bzw. der \u201cenglischen Krankheit\u201c wurde sehr deutlich dargestellt. Sie reichte noch weit bis in die 1960er Jahre, wie ich am eigenen Leib erfahren musste. Der Pastor konnte schlie\u00dflich nur mit schlagfertigen und schlagkr\u00e4ftigen Argumenten von der Gr\u00fcndung des BVB \u00fcberzeugt werden. Leider gibt es wenig oder fast gar kein Filmmaterial aus dieser Zeit und so wurden die wichtigen Szenen nachgedreht, Fotografien gezeigt oder mit Animationen in Form von Sandbildern die Vergangenheit nachgestellt. Besonders anr\u00fchrend wirkte die Szene mit dem jungen Soldaten, einem Borussen im ersten Weltkrieg, der im Sch\u00fctzengraben das Vereinslied singt: \u201eAber eins, aber eins, das bleibt besteh\u00b4n Borussia Dortmund wird nicht untergeh\u00b4n.\u201c Auch der Filmemacher Jan-Henrik Gruszecki war anwesend und \u00fcberzeugte im Gespr\u00e4ch mit den vielen Fans durch seine Sachkenntnis \u00fcber Borussia und \u00fcber Fu\u00dfball. Aus der Gr\u00fcndungszeit gibt es altersbedingt fast keine lebenden Zeugen mehr, und so kamen wir in der nachfolgenden Gespr\u00e4chsrunde auf die direkten Nachfolger wie Max Michalek, Helmut Kapitulski, Heini Rumhofer oder August Lenz zu sprechen. Die lebten auch alle in unmittelbarer N\u00e4he des Borsiplatzes und pr\u00e4gten das Bild der Borussia bei uns.<\/p>\n<p>\u201c<a href=\"https:\/\/www.borsig11.de\/wordpress\/2015\/08\/wunschkino-103-nordstadt\/\">Nordstadt<\/a>\u201c, die Diplomarbeit des Regisseurs Michael Kupczyk von der Fachhochschule Dortmund handelt von Maik, einem Exknacki, der gegen alle Vernunft wieder straff\u00e4llig wird. Ein spannendes Drama, logisch und rasant und auch in der Nordstadt gedreht. Aber der Titel war zu augenf\u00e4llig auf das Negativimage der Dortmunder Nordstadt gerichtet. Michael Kupczyk war auch zum Gespr\u00e4ch da. Sein Film wirkte an dem Abend besonders stark, weil er auf unserer neu angeschafften gro\u00dfen Leinwand zu sehen war.<\/p>\n<p>Hoffentlich bleibt das Wunschkino noch lange erhalten, denn meine Wunschfilmliste ist noch lang.<\/p>\n<p><em>uke<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Wunschkino 103, eine Idee von Olek Witt w\u00e4hrend des Kunstprojekts \u201ePublic Residence: Die Chance\u201c, zeigt ein vielf\u00e4ltiges Programm, so vielf\u00e4ltig wie seine Besucher. Ich bin fast jedes mal dabei. Der allererste Film im Fr\u00fchjahr dieses Jahres war die \u201cNordkurve\u201c, einer der Ruhrgebietsfilme von Adolf Winkelmann, in dem auch Rolf Dennemann mitspielt. 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