{"id":753,"date":"2012-07-19T14:00:53","date_gmt":"2012-07-19T14:00:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.borsig11.de\/wordpress\/?p=753"},"modified":"2015-05-11T08:53:09","modified_gmt":"2015-05-11T06:53:09","slug":"der-ganz-normale-bauwahnsinn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.borsig11.de\/wordpress\/2012\/07\/der-ganz-normale-bauwahnsinn\/","title":{"rendered":"Der ganz normale Bauwahnsinn"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.borsig11.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/einblick-ins-hoeschgelaende-11.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-773\" src=\"https:\/\/www.borsig11.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/einblick-ins-hoeschgelaende-11.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"399\" srcset=\"https:\/\/www.borsig11.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/einblick-ins-hoeschgelaende-11.jpg 600w, https:\/\/www.borsig11.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/einblick-ins-hoeschgelaende-11-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ich fahre von Dortmund Borsigplatz nach K\u00f6ln Kalk Post. Beide Orte sind stark befahrene Knotenpunkte von Vierteln, deren Grenzen durch Zug- und Autobr\u00fccken markiert sind. Beide Viertel kannten einmal bessere \u2013 wirtschaftlich florierendere \u2013 Tage. So viel Arbeit gab es hier einst, dass Menschen aus fernen L\u00e4ndern kamen, zu F\u00fcnft in winzige Wohnungen zogen, malochten, ihre Familien nachholten, in dem Glauben, es ginge ewig so weiter. Muskelkraft war gefordert, ob sie die Sprache verstanden, egal. Drei Unternehmen besch\u00e4ftigten Tausende. Und dann war Schluss, die Unternehmen bankrott oder nicht mehr profitabel. Tausende auch nicht mehr.<\/p>\n<p>Am Dortmunder Borsigplatz ist die Lage heute noch um vieles brisanter als in K\u00f6ln Kalk, und ich wage zu behaupten, dass es mit an der Isolation liegt, in der die ehemaligen Arbeiterfamilien dort leben. Dortmund ist nicht K\u00f6ln, keine Stadt, in die so viele ziehen m\u00f6chten, dass auch nicht so schicke Stadtteile irgendwann eine Menge experimentierfreudiger junger Leute, unvoreingenommener Kreativer und lebenslustiger Querdenker beheimaten und eine multikulturelle Mischung entsteht, die sich gegenseitig belebt und inspiriert. In Dortmund ziehen die wenigsten freiwillig in die Nordstadt, es sei denn, sie stammen aus Osteuropa. Tats\u00e4chlich verzeichnet Dortmunds Einwohnerzahl vor allem in der Nordstadt Zuwachs, und der stammt zum Gro\u00dfteil aus Polen. Dank ihrer \u201eist Dortmund neben D\u00fcsseldorf und K\u00f6ln die einzige Gro\u00dfstadt in NRW mit Zuwachs\u201c, meldeten die <a title=\"Dortmund w\u00e4chst durch Zuwanderung aus dem Ausland\" href=\"http:\/\/www.ruhrnachrichten.de\/lokales\/dortmund\/info-grafik\/Dortmund-waechst-durch-Zuwanderung-aus-dem-Ausland;art93158,1587530\" target=\"_blank\">Ruhrnachrichten<\/a> im M\u00e4rz diesen Jahres.<\/p>\n<p>Die Grenze zwischen dem \u201eguten\u201c und dem \u201eschlechten\u201c Dortmund besteht blo\u00df aus ICE-Gleisen und ist doch eine viel gr\u00f6\u00dfere Barriere als der Rhein, der das 50-K\u00f6ln vom 51-K\u00f6ln mit seiner \u201esch\u00e4l Sick\u201c trennt. Ich habe Dortmunder im gleichen Alter getroffen, die zeitlebens nie einen Fu\u00df auf die andere Seite gesetzt haben, andere, die h\u00f6chstens im vollverriegelten Auto unter der Bahnbr\u00fccke durch zum billigen Kaufland d\u00fcsen. Es ist v\u00f6llig \u00fcbertrieben und sehr seltsam. Wie auch in K\u00f6ln haben die alteingesessenen Dortmunder die allergr\u00f6\u00dften Vorurteile gegen\u00fcber ihrer Nordstadt, deren \u00e4rmster Teil das ehemalige Hoesch-Quartier um den Borsigplatz herum ist.<\/p>\n<p>Ob K\u00f6ln Kalk oder Dortmund Nordstadt \u2013 die Images beider Stadtteile reichen weit \u00fcber die Grenzen der Stadt hinaus, und je weiter entfernt davon man etwas dar\u00fcber zu h\u00f6ren bekommt, umso \u00fcbertriebener klingt es. Hausmeister Krauses \u201eK\u00f6ln-Kalk-Verbot\u201c nimmt man am Bodensee sehr ernst, in Dortmunds Nordstadt m\u00fcsse man morgens vor der Haust\u00fcr \u00fcber liegen gebliebene Prostituierte steigen. Letzteres erfuhr ich noch in K\u00f6ln Kalk lebend von einem WG-Bewerber, der dann doch lieber linksrheinisch einzog. Interessanterweise gibt es trotz solch weit verbreiteter Ger\u00fcchte immer wieder ausw\u00e4rtige Kritik am eingef\u00fchrten Verbot der Stra\u00dfenprostitution in Dortmund. Diese brachte wirklich Probleme mit sich, wenn auch nicht die, von denen solche Nachreden kursieren.<\/p>\n<p>Das Schlimmste ist, dass die Vorurteile vor allem in den K\u00f6pfen der Stadtplaner sitzen. Anders ist es nicht zu erkl\u00e4ren, dass man K\u00f6ln Kalk architektonisch immer lebensunwerter zubaut. Inzwischen ziert ein Ensemble aus Einkaufszentrum, Parkh\u00e4usern, Baumarkt, McDonald und Sozialwohnungen das Herz des Stadtteils, der kaum Gr\u00fcnfl\u00e4chen hat. Die \u00fcbrigen Brachen wurden unter dem Argument, damit Arbeitspl\u00e4tze zu schaffen, an Logistikunternehmen verschachert. Die setzten aber nur ihre eigenen \u2013 wenigen \u2013 Leute in die weitgehend automatisiert funktionierenden Lagerquader.<\/p>\n<p>Niemals h\u00e4tte man es gewagt, Brachfl\u00e4chen auf der anderen Rheinseite so an jedem \u00e4sthetischen Anspruch vorbei zu verschachern. Dem Borsigplatz dr\u00e4ut \u00c4hnliches. Statt alles daran zu setzen, f\u00fcr einen lebenswerten Stadtteil zu sorgen, der st\u00e4dtebaulich so attraktiv sein k\u00f6nnte, dass auch Dortmunder aus dem S\u00fcden hier leben wollten oder zum Sonntagsausflug herk\u00e4men, soll die riesige Brache, die Hoesch hinterlie\u00df \u2013 f\u00fcnf Mal gr\u00f6\u00dfer als die Dortmunder Innenstadt \u2013 zu einem Logistikpark inklusive Schnellstra\u00dfe werden. An eine Erweiterung des Hoeschparks wird nicht im Ansatz gedacht, dabei hat sich die Natur das Werksgel\u00e4nde, auf dem fr\u00fcher 30.0000 Menschen arbeiteten, bereits auf so phantastische Weise zur\u00fcckerobert, dass F\u00fcchse und Rehe hier eine neue Heimat gefunden haben.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.borsig11.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/einblick-ins-hoeschgelaende-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-776\" src=\"https:\/\/www.borsig11.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/einblick-ins-hoeschgelaende-2.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"903\" srcset=\"https:\/\/www.borsig11.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/einblick-ins-hoeschgelaende-2.jpg 600w, https:\/\/www.borsig11.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/einblick-ins-hoeschgelaende-2-199x300.jpg 199w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Egal? Alles dem Erdboden gleich machen?<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.borsig11.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/einblick-ins-hoeschgelaende-41.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-777\" src=\"https:\/\/www.borsig11.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/einblick-ins-hoeschgelaende-41.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"399\" srcset=\"https:\/\/www.borsig11.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/einblick-ins-hoeschgelaende-41.jpg 600w, https:\/\/www.borsig11.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/einblick-ins-hoeschgelaende-41-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.borsig11.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/einblick-ins-hoeschgelaende-31.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-780\" src=\"https:\/\/www.borsig11.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/einblick-ins-hoeschgelaende-31.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"903\" srcset=\"https:\/\/www.borsig11.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/einblick-ins-hoeschgelaende-31.jpg 600w, https:\/\/www.borsig11.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/07\/einblick-ins-hoeschgelaende-31-199x300.jpg 199w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Deutschland ist das planierteste Land Europas, erst recht NRW. Hauptgrund f\u00fcr die wachsende Bodenversiegelung ist der Ausbau von Gewerbegebieten und Stra\u00dfen. T\u00e4glich wird eine Fl\u00e4che von 100 Fu\u00dfballfeldern auf diese Weise verbraucht. Die Versiegelung verhindert, dass Regenwasser gefiltert abflie\u00dft, stattdessen l\u00f6st es Teer und Reifengummi vom Asphalt und kontaminiert damit das Grundwasser f\u00fcr Generationen. In einem neuen <a title=\"Bodenversiegelung kontaminiert Grundwasser\" href=\"http:\/\/europa.eu\/rapid\/pressReleasesAction.do?reference=IP\/12\/361&amp;format=HTML&amp;aged=0&amp;language=DE&amp;guiLanguage=en\" target=\"_blank\">Bericht <\/a>der Europ\u00e4ischen Kommission wird dringend empfohlen, die Bodenversiegelung zu begrenzen oder Ausgleichsma\u00dfnahmen an anderen Orten durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Doch w\u00e4hrend auf den anderen Stadtseiten jede verbliebene Freifl\u00e4che in bevorzugter Lage abgeholzt und zugebaut wird (siehe Kronenviertel und ehemaliger G\u00fcterbahnhof an der Hamburger Stra\u00dfe in Dortmund, siehe S\u00fcdstadt und belgisches Viertel in K\u00f6ln), stehen nicht nur auf der gegen\u00fcberliegenden Seite Wohnh\u00e4user leer. Aus dem ehemaligen WestLB-Geb\u00e4ude in Dortmunds Stadtzentrum soll ein \u00c4rztezentrum werden, das niemand braucht. Gleich um die Ecke verstauben zwei ungenutzte Einkaufszentren, ein riesiges Schulgeb\u00e4ude im Kreuzviertel gar, und in der Katharinenstra\u00dfe zwischen Hbf und Reinoldikirche verwahrlost das denkmalgesch\u00fctzte \u201eDortberghaus\u201c.<\/p>\n<p>Hartmut Miksch, Pr\u00e4sident der NRW-Architektenkammer, fordert in der <a title=\"Schrumpfende Bev\u00f6lkerung macht Platz f\u00fcr Gr\u00fcn in der Stadt\" href=\"http:\/\/www.derwesten.de\/wp\/panorama\/wochenende\/schrumpfende-bevoelkerung-macht-platz-fuer-gruen-in-der-stadt-id6797384.html\" target=\"_blank\">WAZ <\/a>Masterpl\u00e4ne f\u00fcr den R\u00fcckbau: \u201eWir brauchen mehr Gr\u00fcn in den Innenst\u00e4dten, mehr Freir\u00e4ume und neue Wohnqualit\u00e4t. Die Politik ist gefordert, diesen R\u00fcckbau zu planen, damit er nicht zuf\u00e4llig passiert. Jede Stadt braucht einen Masterplan, muss kl\u00e4ren, wo sie in 20 Jahren stehen will.\u201c Die Einwohnerzahlen in unserer Region werden in den n\u00e4chsten Jahren deutlich sinken. Ein Wahnsinn also, f\u00fcr Immobilienfonds H\u00e4user hinzustellen, wo vorher Baum und Buschwerk wuchsen.<\/p>\n<p>Auch an Stra\u00dfenr\u00e4ndern sieht man im Dortmunder Stadtgebiet immer wieder Kahlschlag, dessen Sinn sich nicht erkl\u00e4rt. In der Dreherstra\u00dfe am Borsigplatz wurden die noch im Fr\u00fchling davor ausladend bl\u00fchenden Zierkirschen derart gestutzt, dass die B\u00e4ume kaum noch Bl\u00e4tter hervorbringen und einen von ihnen das Zeitliche segnete. Unverstand am Werk? Dabei ist in den Lokalzeitungen doch von der Bewerbung als \u201eGr\u00fcne Hauptstadt Europas\u201c die Rede, von einer gro\u00dfen Umweltzone f\u00fcr die Metropole Ruhr. Das Dortmunder ILS, damit betraut, Ans\u00e4tze zur Gr\u00fcnfl\u00e4chenentwicklung zu untersuchen, stellt im eigenen Journal (3\/11) fest: \u201eUrbane Gr\u00fcnr\u00e4ume finden in der Stadtentwicklungs- und -planungsdiskussion zunehmende Beachtung. Diese Wertsch\u00e4tzung steht in vielen Kommunen in deutlichem Widerspruch zur Realit\u00e4t mit hoch verdichteten st\u00e4dtischen Strukturen, knappen Budgets der Gr\u00fcnfl\u00e4chenverwaltungen und sinkendem Anteil an Gr\u00fcnfl\u00e4chen.\u201c<\/p>\n<p>Dabei k\u00f6nnte urbanes Gr\u00fcn auch Arbeitspl\u00e4tze entwickeln helfen. In NRW gibt es jetzt eine neue Fortbildung zum \u201ekommunalen Klima- und Fl\u00e4chenmanager\u201c (aktuelle Informationen zu diesem Lehrgang und seiner Entwicklung sind unter <a href=\"http:\/\/moodle.bew2learn.net\/\">http:\/\/moodle.bew2learn.net\/<\/a> erh\u00e4ltlich). In Berlin haben sich 12 Berufsschulklassen, 30 Lehrer, 330 Mitglieder von \u201eUrban Gardening\u201c-Projekten und \u00fcber 500 Fachleute regionaler Garten- und Landschaftsbetriebe zusammen getan, um bis 2012 modellhaft f\u00fcnf Begr\u00fcnungsprojekte umzusetzen. Speziell konzipierte Schulungen sollen den Azubis berufliche Zusatzqualifikationen vermitteln und eine Karriere in der \u201eGr\u00fcnen Branche\u201c attraktiver machen. Die Landwirtschaftlich-G\u00e4rtnerische Fakult\u00e4t (LGF) der <a title=\"Urban Gardening Projekt Berlin\" href=\"http:\/\/www.hu-berlin.de\/pr\/pressemitteilungen\/pm1201\/pm_120124_00\" target=\"_blank\">Humboldt-Universit\u00e4t <\/a>begleitet und evaluiert das Projekt. Gef\u00f6rdert wird es von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). F\u00fcr Dr. Thomas Aenis, Leiter an der LGF, ist \u201edie Urban Gardening Bewegung gelebte Integration\u201c.<\/p>\n<p>Zu erleben, wie Arbeit im Gr\u00fcnen das soziale Miteinander st\u00e4rkt, findet auch Christa M\u00fcller so sinnstiftend, dass die Ostwestf\u00e4lin bundesweit mehr als 130 Gartenprojekte ber\u00e4t. Zusammen mit ihrem zehnk\u00f6pfigen Team gibt sie Machern Praxistipps zum Aufbau von Nutzg\u00e4rten, hilft bei Fragen zur Organisation, Rechtsform und F\u00f6rdergeld (Infos: <a href=\"http:\/\/www.anstiftung-ertomis.de\/\">www.anstiftung-ertomis.de)<\/a>. \u201cDie Stadt der Zukunft ist gr\u00fcn\u201c, so die Vision der promovierten Soziologin, und zu hoffen bleibt, dass sie Recht beh\u00e4lt, allein wegen der stets \u00fcberschrittenen Feinstaubgrenzwerte (z.B. an der Brackeler Stra\u00dfe\/Borsigplatz, trotz Umweltzone), mit Schuld an der hohen Krebs-Rate in St\u00e4dten.<\/p>\n<p>In einem neuen Buch der Schwerter Architekturhistorikerin Prof. Dr. Stefanie Lieb entwerfen namhafte Architekten Konzepte f\u00fcr eine Welt, in der man auch morgen noch tief durchatmen kann: Auf von Dschungelzonen umgebenen Stra\u00dfen der Stadt werden Verkehrsteilnehmer z.B. durch ein System computergesteuerter Elektromobile transportiert. \u201cFuturistic \u2013 Visionen vom Leben in der Zukunft\u201d gibt n\u00f6tigen Utopien Raum. Darin Architekt Werner Sobek, Experte f\u00fcr nachhaltiges Engineering: \u201eDie wichtigste Aufgabe, die Architekten und Ingenieure l\u00f6sen m\u00fcssen, ist nicht, f\u00fcr eine Einhaltung aller relevanten Normen zu sorgen, sondern \u00d6kologie atemberaubend attraktiv und aufregend zu machen.\u201c<\/p>\n<p>Dazu h\u00e4tte ich eine Idee: Wenn man der Natur auf dem ehemaligen Hoeschgel\u00e4nde den ganzen Freiraum lie\u00dfe und Pflanzen, Blumen und Getier sich ausbreiten, ganz nach ihrer Art. Trampelwege d\u00fcrften entstehen, auf denen Wandersleute und Radler endlich durch Gr\u00fcn hindurch Richtung Kanal und L\u00fcnen k\u00f6nnten. Ein verlorener Stadtteil ohne Ausweg w\u00fcrde ganz neu an Dortmund angeschlossen, w\u00fcrde zum \u201eQuartier am Naturpark\u201c mit multinationalen Rangern, die in allen Sprachen F\u00fchrungen f\u00fcr Interessierte g\u00e4ben. Es k\u00f6nnte alles von selbst geschehen, es br\u00e4uchte keinen m\u00fcden Euro. Der attraktive Park d\u00fcrfte nicht benutzt werden, um lukrative Neubaugebiete an seinen R\u00e4ndern feilzubieten. Dortmund w\u00fcrde die gr\u00fcnste Stadt im Ruhrgebiet und machte seiner N\u00e4he zum Sauerland alle Ehre. Wer diese Vision f\u00fcr verr\u00fcckt h\u00e4lt, daran fest h\u00e4lt, hier Logistik und Asphalt aufzubringen, ist nicht verr\u00fcckt, sondern irr. Zukunft ist schon lange nicht mehr das, was vermeintlich Geld in die Taschen bringt. So gehen am Ende alle leer aus.<\/p>\n<p style=\"text-align: right\"><a title=\"Reiff f\u00fcr die Insel\" href=\"http:\/\/www.reiff-fuer-die-insel.de\" target=\"_blank\"><em>Isabelle Reiff<\/em><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich fahre von Dortmund Borsigplatz nach K\u00f6ln Kalk Post. Beide Orte sind stark befahrene Knotenpunkte von Vierteln, deren Grenzen durch Zug- und Autobr\u00fccken markiert sind. Beide Viertel kannten einmal bessere \u2013 wirtschaftlich florierendere \u2013 Tage. 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