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Sonate für Violine solo (1927)

Sa, 15. Februar 2020, 20 Uhr
Kleine Bühne 103, Oesterholzstraße 103, 44145 Dortmund

Karl Amadeus Hartmann war der Begründer von Musica nova und den Wittener Tagen für neue Kammermusik. Musiker, Komponist, Dirigent – er gilt als ein Seismograf seiner Zeit. In seiner Sonate für Violine solo von 1927 warnt er auf sensible Art und mit musikalischen Mitteln vor der Machtergreifung Hitlers, ohne dabei in ein Gefühl von Ausweglosigkeit und Resignation zu verfallen.

Philipp Staege und Anke Ames spielen die Sonate in einer Bearbeitung für Schlagzeug und Viola. Die Toccaten, aufgeschriebene Improvisationen in dem Werk, nutzen sie für Dialoge und Klangräume im Sinne des instant composing. Hartmanns Musik ist im Angesicht derzeitiger politischer Entwicklungen erstaunlich aktuell. Ihre Interpretation auf der Kleinen Bühne 103 endet in einem Tanz, der den Zuhörer sensibilisiert, die Botschaft ins Agitatorische wendet und zugleich Lebensfreude vermittelt: Courage!

Der Eintritt ist frei.

Die Musiker:

Philipp Staege spielt seit seinem 8. Lebensjahr Schlagzeug und studierte selbiges im Bachelorprofil Jazzschlagzeug am Institut für Musik in Osnabrück. Als angewandter Zeitforscher stellt er sich immer wieder neu die Frage nach dem richtigen Timing von Spannung und Entspannung, laut und leise, Intro und Outro. Der musikalische Dialog ist hierbei der Rahmen, der aus Geräusch Musik macht.

Anke Ames: Violine und Viola, Studium der Literaturwissenschaften und Philosophie an der FU Berlin und grafische Komposition an der GS Duisburg. Zahlreiche Reisen vor allem nach Osteuropa, wo sie konzertierte. Lyrikpreise. „Improvisierend, explorierend-nourishing arts“ www.ankeames.de

Das Konzert ist ein Projekt von Anke Ames / Machbarschaft Borsig11 e.V., mit freundlicher Unterstützung von Pro Jazz e.V., realisiert mit den Chancen der Bewohner des Borsigplatz-Quartiers.