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Die geheimen VIPs im Quartier Borsigplatz

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Bei “Kalle Hoesch” in der Oesterholzstr. 110, wo es heimischen Honig, Afri-Kola und Farbpistolen gibt!

Wir wissen alle, dass der Borsigplatz Dortmund zu internationaler Berühmtheit verholfen hat. Neben Berlin und München gibt es keine andere deutsche Stadt, die Sie in den entlegendsten Winkeln der Welt als Heimat angeben und sicher sein können, dass Ihr Gegenüber Sie augenblicklich verorten kann. Warum ist müßig auszuführen. Wie es dazu kam, das zeigt ein neuer Dokumentarfilm, der seit März im Kino läuft: „Am Borsigplatz geboren“. Die beiden Filmemacher haben Zeitzeugen und Geschichtsforscher interviewt, darunter auch Annette Kritzler, gehört sie doch zu den Menschen, die sich in diesem Teil der großen Nordstadt am allerbesten auskennen. Seit 2007 stellt sie das zusammen mit ihrer Kollegin Anette Plümpe unter Beweis: Die „BorsigplatzVerführungen“, wie sie ihre andersartigen Stadtführungen nennen, locken Interessierte aus allen Teilen der Bundesrepublik nach Dortmund. Wo kann man sonst die verschiedensten Kirchen von innen erleben, völlig unterschiedliche Kochkunst kosten oder so gut sehen, wie Industrie ein ganzes Stadtviertel prägt?

annette kritzler borsig vips (c) isabelle reiffAnnette Kritzler ist nicht zuletzt wegen ihrer großen Leidenschaft für das, was sie tut, eine so beliebte Erzählerin. Was Wunder, dass Rolf Dennemann die Kulturvermittlerin ansprach und ihr eine neue Stadtteilführung vorschlug. Der freischaffende Künstler lebt seit 15 Jahren in dem Quartier, in dem Kritzler schon seit fast 30 lebt. Seit einigen Monaten ist er dabei, im neuen Ladenlokal in der Oesterholzstr. 103 „Borsig-Blinks“ zu sammeln: Geschichten und Erinnerungen von Anwohnern, die Hinweise auf geheime Berühmtheiten enthalten. Die ungeahnte Erkenntnis: Allein in der Oesterholzstraße leb(t)en mehr als ein Dutzend echter „VIPs“, zum Beispiel Hildegard Reuter-Song, die mit ihren schwermütigen Gedichten in Südkorea zur Bestseller-Autorin avancierte. Oder der Pizzabäcker Damiano, dessen Urgroßvater in Italien die Dachrinne erfand. In der Oesterholzstraße befinden sich auch bislang unentdeckte Prototypen einer speziellen Kastenhausarchitektur, die bis nach Tokio, Seol und Shanghai exportiert wurde.

wilfurt loose borsig vips (c) isabelle reiffAlle, die an der ersten Veranstaltung gestern teilnahmen, waren mehr als baff, dass der BVB mit seinem Gründungshaus Nr. 60 von lauter anderen Berühmtheiten flankiert wird. Welche das im Einzelnen sind, kann man schon bei einem aufmerksamen Spaziergang durch die Oesterholzstraße sehen: Namensschilder markieren die betreffenden Häuser. Die Hintergrundgeschichten erfährt man natürlich nur bei der Führung: „BORSIG-VIPs“ mit Annette Kritzler wird noch durch einen promovierten Quartiersforscher unterstützt: Dr. h.c. Wilfurt Loose macht auf interessante Zusatzaspekte aufmerksam. Nicht weniger eloquent  entdeckt er an allen Ecken Hochinformatives, wo unsereins nur einen Müllcontainer oder eine Hauswand sieht.

Die ganze Organisation und Realisation dieses neuen Programmpunkts ist übrigens den sogenannten „Chancen“ zu verdanken, einer befristeten Lokalwährung, mit der neue Projekte angeschoben werden können. Jeder Bewohnerin/jedem Bewohner im Quartier stehen von Haus aus 100 Chancen zu. Man erhält sie am Borsigplatz 9.

Die nächsten Veranstaltungstage der „BORSIG-VIPs“-Führung sind am

15. Mai um 18 Uhr
22. Mai um 18 Uhr
23. Mai um 14 Uhr
24. Mai um 18 Uhr
30. Mai um 14 und um 18 Uhr.

Anmelden bei rolf@borsig11.de

Isabelle Reiff

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